Übergänge meistern mit Hilfe des Persönlichen Budgets

Hier wird von einigen Aktivitäten, die sich insbesondere auf den Themenkomplex Persönliches Budget & Wohnen beziehen, beispielhaft berichtet.

In der Modellregion Schleswig-Flensburg hatte sich anfänglich eine Arbeitsgemeinschaft aus Eltern und gesetzlichen Betreuern, die von freiwilligen Unterstützern, der AWO Husby, mittenmang und careNETZ Service unterstützt werden, gebildet. Vorrangiges Ziel war es, Mitstreiter zu gewinnen. Deshalb wurden Materialen entwickelt, um an die Öffentlichkeit herantreten zu können. In einem weiteren Schritt stieß ein Bauunternehmer auf die diversen Aktivitäten zum "inklusiven Wohnen". Er ließ sich beraten, welche baulichen Anforderungen ein Haus zu entsprechen hat, in dem Menschen mit und oder Behinderung eine Hausgemeinschaft bilden können. Herausgekommen sind "schicke" Einzelwohnungen und ebenso ansprechende Dreier-Wohngemeinschaft, für die jede Mieterin und jeder Mieter einen Einzelmietvertrag erhält. Natürlich steht auch allen ein eigenes barrierefreies Badezimmer zur Verfügung. Die Mietpreise bewegen sich im Rahmen der Wohngeldgrenzen für Sozialhilfeempfänger. Wenn alles weiterhin nach Plan läuft, werden dort bald auch sechs Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf leben und mit Hilfe des Persönlichen Budgets Hilfen nach Maß sowie eigenen Vorlieben und Wünschen erhalten. 

In Segeberg unterstützten wir eine Initiative von Eltern, die zusammen mit der Lebenshilfe Wahlstedt für ihre erwachsenen Kinder nach einer selbstbestimmten Wohnform in der Gemeinde Ausschau halten. Sechs Menschen erhielten bereits in der Planungsphase ein Persönliches Budget. Es wurde unterschiedlich genutzt. Je nachdem, was gerade vordringlich anstand. Während die einen konkret für den Umzug Fertigkeiten erlernen und Aufgaben einüben, mussten sich andere erst im Klaren werden, wie sie zukünftig wohnen wollen. Schließlich haben sich vier der jungen Männer zum Einzug in zwei aneinander angrenzenden Wohnungen in einem normalen Wohnblock entschlossen. Die erforderlichen Unterstützungsleistungen organisieren sie, zusammen mit ihren Eltern, mit Hilfe des Persönlichen Budgets.

In Schleswig-Flensburg haben vier Menschen, die zurzeit in vollstationären Einrichtungen leben und umfassende Unterstützungsbedarfe haben, ein Persönliches Budget beantragt. Sie können dadurch bereits in der Heimeinrichtung unmittelbareren Einfluss auf die Leistungserbringung und auf den Übergang in eine eigenständige Wohnform ausüben. Allen vier würde man nach herkömmlichen Maßstäben ein Wohnen außerhalb einer vollstationären Einrichtung wohl kaum zutrauen. Auch wir wissen noch nicht, wie die Ergebnisse am Ende aussehen werden. Ob eine Budgetnehmerin oder ein Budgetnehmer tatsächlich aus ihrem Heim ausziehen oder ob sie und ihre gesetzlichen Betreuer auf Dauer einfach nur mehr Einfluss auf die Unterstützungsleistungen nehmen, die sie in der Heimeinrichtung erhalten.

Nach oben





Inklusives Wohnprojekt Poststraße in Schlewig. Menschen mit und ohne Behinderungen bilden eine Hausgemeinschaft. Der Baufortschritt wurde in Form von Collagen von Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen festgehalten.